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Gaspreisentwicklung 2022: Fakten, Hintergründe, Prognosen

Das Offensichtliche gleich zu Beginn: Gas wird künftig deutlich teurer. Die Gaspreise an der Börse haben Ende September 2021 den Rekordwert von 44 Euro pro Megawattstunde erreicht. Vor einem Jahr 2020 kostete die gleiche Menge nur 8 Euro. Laut Bericht auf tageschau.de vom 1. Oktober 2021 kostete Gas im Großhandel dann teilweise schon mehr als 70 Euro pro Megawattstunde! Innerhalb kürzester Zeit hat man es hier also mit extremen Preisanstiegen zu tun.

Zudem wurde zum 01.01.21 eine CO2-Steuer auf Gas eingeführt, welche im nächsten Jahr direkt um 20 Prozent von 25 auf 30 Euro pro Tonne steigen wird. Das verteuert Gas für private Haushalte um weitere 0,65 Cent pro Kilowattstunde.

Im letzten Quartal 2021 haben viele deutsche Gasanbieter wegen der enorm gestiegenen Rohstoffpreise bereits ihre Endkundenpreise nach oben angepasst. Und selbst namhafte Gasanbieter mussten ihren Gasvertrieb komplett einstellen, da die Börsenpreise immer weiter steigen. In Großbritannien gab es bereits etliche Pleiten aufgrund der gestiegenen Gaspreise an den Großhandelsmärkten.

Fazit: Hierzulande werden auf die privaten Haushalte ab 2022 erhebliche Mehrkosten zukommen. Man sollte sich daher möglichst schnell noch stabile Preise von einem solventen Anbieter wie GMX Energie sichern und mit einer gesicherten Preisgrundlage in die nächsten Monate starten.

Aktueller Erdgaspreis für Privathaushalte

Der Preis für 1 Kilowattstunde Gas liegt in Deutschland derzeit bei durchschnittlich14,15 ct/kWh, Tendenz steigend. (Stand: Juli 2021)

Entwicklung des Gaspreises in den letzten 10 Jahren

Zunächst einmal lässt sich aktuell feststellen, dass im Jahr 2021 der Gaspreis für Haushalte in Einfamilienhäusern gegenüber 2020 um 4,2 % gestiegen ist und lag im Juni bei 6,22 ct/kWh, wenn man einen Verbrauch 20.000 kWh pro Jahr zugrunde legt. Die Gaspreise in Mehrfamilienhäusern sind um 5,1 % gestiegen und liegen bei 5,53 ct/kWh bei einem Verbrauch von 80.000 kWh im Jahr. 2021 sind die Kosten für Beschaffung und Vertrieb stark gesunken; die Netzentgelte sind nur leicht gestiegen, Steuern, Abgaben und Umlagen dagegen besonders stark.

Entwicklung des Erdgaspreises für Haushaltskunden (private Verbraucher):

  • 2012: 6,77 Cent pro kWh
  • 2013: 6,63 Cent pro kWh
  • 2014: 6,52 Cent pro kWh
  • 2015: 6,26 Cent pro kWh
  • 2016: 5,89 Cent pro kWh
  • 2017: 5,73 Cent pro kWh
  • 2018: 5,81 Cent pro kWh
  • 2019: 6,17 Cent pro kWh
  • 2020: 5,97 Cent pro kWh
  • 2021: 7,06 Cent pro kWh
  • 2021: 13,77 Cent pro kWh (Stand April 2022)


    (Quelle: BDEW-Gaspreisanalyse Juni 2021, Haushalte)

Gaspreisentwicklung historisch betrachtet

Wirft man noch einen Blick weiter zurück, kann man diese folgendermaßen zusammenfassen: In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stiegen die Gaspreise langsam und konstant, blieben aber auf niedrigem Niveau. Ab Mitte der 1970er-Jahre stieg der Gaspreis dann deutlich rascher und erreichte einen ersten Höhepunkt zwischen 1981 und 1984. Danach pendelte er sich bis in die 1990er-Jahre auf vergleichsweise hohem Niveau ein. 1998 wurde der deutsche Gasmarkt dann liberalisiert. Das bedeutete: Fortan konnte jeder Haushalt selbst entscheiden, von welchem Versorger er Erdgas beziehen wollte. Dadurch fielen die Gaspreise für Endkunden in Deutschland wieder.

Zu Beginn des neuen Jahrtausends zog der Gaspreis wieder an und stieg – mit leichten Schwankungen – kontinuierlich bis zu einem Höchststand im Jahr 2008. Der Grund hierfür: die seit den 1960er-Jahren geltende Ölpreisbindung, die den Gaspreis an den Ölpreis koppelte. Da der Erdölpreis in dieser Zeit stark stieg, wurde auch Erdgas teurer. Erst als die Ölpreisbindung 2010 vom Bundesverfassungsgericht für unzulässig erklärt wurde, verbilligte und stabilisierte sich der Gaspreis wieder. Seit 2012 wurde Erdgas in Deutschland kontinuierlich preiswerter – doch diese Entwicklung scheint nun erstmal ausgebremst.

Gaspreisentwicklung bis 2030: Wie ist die Prognose für die Zukunft?

Was bei der Gaspreisentwicklung bis 2030 auf die Verbraucher zukommen könnte, zeigt eine aktuelle Auswertung des Internationalen Währungsfonds (IWF): Wer mit Erdgas heizt, wird sich dauerhaft auf höhere Preise einstellen müssen. Gegenüber dem heutigen Niveau haben Experten einen Aufschlag von 52 Prozent errechnet. Grundlage für diese IWF-Berechnung ist ein CO2-Preis von 75 Dollar (68 Euro) je Tonne. Die Bundesregierung geht in ihrem Klimaschutzpaket für die ersten Jahre (ab 2021) jedoch von geringeren Preiserhöhungen aus: Der CO2-Preis von 10 Euro je Tonne soll sich bis 2025 nur langsam bzw. schrittweise auf 35 Euro je Tonne erhöhen. Wo der Preis ab Jahr 2030 steht, ist noch nicht abschließend geklärt. Ab 2026 sollen die Preise dann vom Markt geregelt werden, doch derzeit es gibt noch einen Preisdeckel von 60 Euro je Tonne.
Beschäftigt man sich mit der Gaspreisentwicklung der nächsten zehn Jahre, findet man unter anderem folgende Einflussfaktoren auf Angebot und Nachfrage:

  • Der wachsende Flüssigerdgas-Handel, auch LNG-Handel (Liquefied Natural Gas), verschafft Europa zwar Zugang zu neuen Gasquellen. Doch die Konkurrenz bei der Nachfrage durch asiatische und amerikanische Gasverbraucher verstärkt sich ebenfalls immer mehr, was den Gaspreis weiter in die Höhe treibt.
  • Energierohstoffe wie Erdöl und Erdgas werden deutlich teurer. Die realen Importpreise für Öl und Erdgas werden 2030 voraussichtlich etwa als doppelt so hoch sein wie in den 1990er-Jahren und auch die Importzölle spielen eine entscheidende Rolle.
  • Andere Transportwege von Erdgas nach Deutschland werden das Angebot auch wesentlich beeinflussen – und somit natürlich die Preisentwicklung. Sobald über die Nord Stream 2-Pipeline das Gas zu fließen beginnt, wird sie eine enorm wichtige Importquelle. Die Folge – und hoffentlich dann die gute Nachricht für private Haushalte: Die Gaspreise werden wieder sinken, da mehr Gas auf dem Markt verfügbar ist.
  • Gaskraftwerke, die Strom aus Erdgas herstellen, werden jedoch auch immer wichtiger zur Aufrechterhaltung und zum Ausgleich der schwankenden Mengen aus Erneuerbaren Energien. Der Grund hierfür ist hauptsächlich, dass Gaskraftwerke flexibel und schnell gesteuert werden können. Das bedeutet jedoch auch eine weitere Erhöhung der Nachfrage, die den Gaspreis zusätzlich in die Höhe treibt bzw. treiben kann.

Wie wird der Gaspreis an der Börse und von den Anbietern eigentlich berechnet?

Der Erdgaspreis, den Privatkunden bezahlen, setzt sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammen. Dazu gehören der Preis für Erdgas an den internationalen Rohstoffbörsen, Transportkosten, Netzentgelte und Steuern. Dementsprechend beeinflussen diese Faktoren die Entwicklung des Erdgaspreises maßgeblich. Der Erdgaspreis ist immer auch Schwankungen unterworfen − den Preisverlauf beeinflussen unter anderem Nachfrage und Angebot am Markt, nationale Gesetze, globale Entwicklungen sowie Krisen und Kriege. Hinzu kommt, dass die Erdgasanbieter natürlich auch Spielraum bei der Gestaltung des Endkundenpreises haben.

Doch der Gaspreis, den die privaten Haushalte letzten Endes bezahlen, setzt sich hauptsächlich aus diesen drei Bestandteilen zusammen: Beschaffungskosten (Gasversorger), Steuern, Abgaben und Umlagen (Staat) sowie Nutzungsgebühren (Netzbetreiber). Rund die Hälfte davon geht dabei an die Gasversorger für Beschaffung, Abrechnung und Vertrieb, die andere Hälfte jeweils zu ungefähr gleichen Teilen an Netzbetreiber und Staat.

Weitere Abhängigkeiten bei der Gaspreisentwicklung in Deutschland und europaweit: In Europa gibt es nur wenige Gasproduzenten. Das weltweit größte Erdgasförderunternehmen sowie der weltweit größte Gasexporteur ist Gazprom (Russland). Doch Gasunie (Niederlande) und Equinor ASA (Norwegen) sind ebenfalls wichtige Player auf diesem Sektor. Der Wettbewerb in der Gasbranche ist daher deutlich geringer als auf dem Strommarkt, gerade innerhalb Deutschlands gibt es je nach Region nicht genügend Anbieter, die um die Gunst der Verbraucher kämpfen müssen. Das macht sich natürlich auch beim Preis für die privaten Haushalte bemerkbar: Durch den geringen Wettbewerb in der deutschen Gasbranche zahlen die Verbraucher hierzulande oft bis zu 20 Prozent mehr als in anderen europäischen Ländern.

Um die Abhängigkeit Europas von Gaslieferungen aus Russland besser abzufedern, könnten alle EU-Mitgliedsstaaten künftig zusammen als einen Handelspartner auftreten, um einheitliche Konditionen zu schaffen, bessere Vertragsbedingungen sowie ausgewogenere Wettbewerbsbedingungen auszuhandeln. Ob und inwieweit das die Gaspreisentwicklung dann letzten Endes beeinflusst, ist jedoch schwer abzuschätzen. Je nachdem, an welchem Gaslieferpreis man sich künftig orientiert, könnte das Gas am Ende doch (noch) teurer werden. Es lässt sich nur eines abschließend feststellen: Die Bemühungen der Europäischen Union gehen dahin, im Gashandel zwischen Russland und anderen Ländern eine stärkere Position einzunehmen.

So wird Gas abgerechnet und eingeteilt

Für die Umrechnung des Gasverbrauchs von Kubikmetern (m³) in Kilowattstunden (kWh), dient folgende Formel:

Kilowattstunde = Kubikmeter x Brennwert x Zustandszahl

So kann man bei Bedarf auch mal selbst den eigenen Gasverbrauch errechnen. Die verbrauchten Kubikmeter liest man auf dem Gaszähler ab, die Angaben zum Brennwert sowie die Zustandszahl findet man bei den meisten Gasanbietern direkt auf der Rechnung. Ansonsten kann der örtliche Grundversorger hier Auskunft geben.

Die Kubikmeter geben das Volumen des verbrauchten Erdgases an. Gasanbieter gehen bei der Berechnung des Volumens von einem Normalzustand von null Grad Celsius (°C) und einem Druck von 1013,25 Millibar (mbar) aus. Die äußeren Bedingungen an den Abnahmestellen entsprechen jedoch selten dem Normalzustand. Wenn Temperatur und Druck vom Normalwert abweichen, wirkt sich das auf das gelieferte Gasvolumen aus. Deshalb dient die Zustandszahl als Korrekturfaktor.

Gaspreis-Angabe in Kilowattstunden (kWh)

Für Verbraucher ist die Menge der Kilowattstunden interessanter, denn diese gibt die Energie wieder, die das Gas liefert – und wird daher auf der Gasrechnung als Maßangabe verwendet.

Güteklassen

Gas ist ein Naturprodukt und hat deshalb nicht immer die exakt gleiche Güte. Um trotzdem eine einheitliche Abrechnung zu ermöglichen, wird mit dem Brennwert angegeben, wie viel Energie tatsächlich in einem Kubikmeter des gelieferten Gases steckt. Als Faustregel gilt: Je mehr Methan das Erdgas enthält, desto höher ist der Brennwert. Je nach Förderort und Energiegehalt wird zwischen zwei Güteklassen unterschieden:

  • L-Gas (Low Caloric Gas)
    Förderung in Norddeutschland und den Niederlanden. Der Brennwert liegt zwischen 8 und 10 kWh pro Kubikmeter Erdgas.
  • H-Gas (High Caloric Gas)
    Kommt vor allem aus Russland und den Erdgasfeldern in der Nordsee. Mit einem Brennwert zwischen 10 und 12 kWh pro Kubikmeter ist dieses Erdgas deutlich methanreicher als L-Gas.

Wie hat sich der Gaspreis im Vergleich zu Ölpreis und Pelletheizungen entwickelt?

Ein Blick auf die Gaspreisentwicklung zeigt, dass Erdgas – verglichen mit den Preisen für Heizöl und Holzpellets – in den letzten Jahren relativ preisstabil und vergleichsweise günstig war. Heizöl hingegen war und ist immer starken Preisschwankungen unterworfen. Der Preis für Heizöl mag zeitweise zwar niedriger sein, überwiegend ist er jedoch deutlich höher als der Gaspreis. Pellets hingegen sind wiederum konstant günstiger als Erdgas.

Doch bei einem Kostenvergleich für private Haushalte muss man nicht nur den konkreten Energieverbrauch betrachten, sondern auch die Anschaffungskosten berücksichtigen. Hier nähern sich die Heizkosten bei Gas, Öl und Holzpellets auf lange Sicht an: Eine Pelletheizung ist zwar deutlich teurer in der Anschaffung, spart aber im Vergleich zu Gas und Öl dann doch an Heizkosten ein. Darüber hinaus sind Pellets unter anderem von der Energiesteuer befreit, es wird keine CO2-Steuer erhoben. Zudem ist klar, dass bei den Klimaschutzzielen der Bundesregierung (Ziel: Treibhausgasneutralität bis 2045) das Heizen mit fossiler Energie ein Auslaufmodell sein wird. Immerhin sollen bis 2030 die CO2-Emissionen um 65 Prozent gegenüber 1990 sinken.

Preisentwicklung für Holzpellet von 2011 bis 2020: Im Vergleich zu den stark schwankenden Preisen für fossile Energieträger, hat sich der Pelletpreis in den vergangenen Jahren als recht stabil erwiesen. In den letzten zehn Jahren waren Pellets im Schnitt rund 30 Prozent günstiger als beispielsweise Heizöl. Pellets werden zumeist recht günstig aus Abfallprodukten der Holzindustrie in Deutschland hergestellt. Im Zuge der Energiewende wird sich wohl auch die Nachfrage nach Pelletheizungen erhöhen. Daher bleibt abzuwarten, wie sich die Preise in diesem Bereich entwickeln. Es ist wohl damit zu rechnen, dass sich bei erhöhter Nachfrage und den damit notwendig werdenden Importen, auch das Heizen mit Holzpellets verteuern wird. (Quelle: DEPI, Deutsches Pelletinstitut)

Ölpreisentwicklung von 2011 bis 2020: Heizöl ist wie erwähnt besonders starken Schwankungen unterworfen: Vor rund 10 Jahren (2012) noch auf ungeahnten Höhen, war es 2016 schon fast wieder so günstig wie Holzpellets, 2018 ging die Kurve wieder nach unten – doch für 2021 rechnen Experten wieder mit anhaltend hohen Erdölpreisen. Auf hohem Niveau wird sich die Erdölpreisentwicklung laut Prognosen auch erstmal einpendeln. Was das letzten Endes tatsächlich für die Verbraucher bedeutet und an (Mehr-)Kosten verursacht, ist nicht genau bezifferbar: Die Ölpreise auf dem Weltmarkt beeinflussen zwar die Heizölpreise für private Haushalte, sind aber nicht die einzigen Faktoren für die Heizöl-Preisbildung.

Gaspreisentwicklung selbst beeinflussen

Zunächst einmal ein kurzer Blick zurück: Der mengengewichtete Gaspreis für Haushaltskunden über alle Vertragskategorien in 2020 hatte sich laut Monitoringbericht der Bundesnetzagentur im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert. Die Grundversorgung blieb im Durchschnitt die teuerste Belieferungsart. Bereits ein Vertragswechsel beim örtlichen Grundversorger konnte eine durchschnittliche Ersparnis von rund 10 Prozent pro Kilowattstunde bedeuten. Beim Wechsel des Versorgers war eine durchschnittliche Ersparnis von rund 15 Prozent pro Kilowattstunde möglich. Das hieß: Als Verbraucher konnte man im Durchschnitt bei einer Vertragsumstellung beim örtlichen Gaslieferanten bis zu 190 Euro im Jahr sparen, durch einen Wechsel des Gaslieferanten betrug das durchschnittliche Einsparpotenzial bis zu 240 Euro jährlich.

Wenn man also selbst Einfluss auf die persönliche Gaspreisentwicklung nehmen möchten, sollte man regelmäßig vergleichen, ob der aktuelle Gastarif noch günstiger ist als das, was andere Anbieter offerieren. Und man sollte auf keinen Fall nur aus Bequemlichkeit in der Grundversorgung bleiben!

Tipp: Mit einem Tarif bei GMX Gas lassen sich die Energie­kosten deutlich senken und man kann dank Preisgarantie auch auf stabile Gaspreise vertrauen.