Wissen, was drin steht: Der Stromvertrag

Es kann sich finanziell lohnen, den Stromanbieter bei einem Umzug zu wechseln. Wer sich dafür entscheidet, einen neuen Stromvertrag abzuschließen, kann aber leicht den Überblick verlieren. Grund- und Arbeitspreise, Kündigungsfristen oder Mindestlaufzeiten – auf welche Klauseln Sie bei einem Stromvertrag achten sollten, erfahren Sie hier.

Kosten im Stromvertrag: Grundpreis und Arbeitspreis

Ein Umzug ist der ideale Zeitpunkt, um den Stromanbieter zu wechseln. Wer sich die Mühe macht, nach günstigeren Tarifen zu suchen, wird auch fündig. Wenn Sie einen neuen Stromvertrag abschließen, ist wichtig, wie hoch Ihre künftigen Abschlagszahlungen sein werden und welche Kosten damit abgedeckt sind. Um Ihren Abschlag zu berechnen, greifen die Stromanbieter in der Regel auf Ihren letztjährigen Stromverbrauch zurück. Die ermittelte Summe sollte aber immer aus dem Grundpreis und dem Arbeitspreis bestehen.

Grundpreis

Der Grundpreis ist ein fester Betrag, der jedoch von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich hoch ausfallen kann. Er ist verbrauchsunabhängig; Sie müssen ihn also auch zahlen, wenn Sie keinen Strom verbraucht haben. Der Grundpreis deckt alle Kosten, die der Stromversorger aufwenden muss, um Ihren Strom zu liefern. Darin enthalten sind Kosten für die Bereitstellung der Stromzähler, die Abrechnung und Zählerstandablesung, die allgemeinen Vertriebskosten sowie alle weiteren Aufwendungen, die der Stromanbieter für die Leistungsbereitstellung zu tragen hat.

Arbeitspreis

Der Arbeitspreis ist die zweite Komponente, aus denen sich Ihr Strompreis zusammensetzt. Er ist verbrauchsabhängig und wird pro Kilowattstunde berechnet. Je mehr Strom Sie also verbrauchen, umso höher werden Ihre Kosten. Mit dem Arbeitspreis zahlen Sie aber nicht nur Ihren tatsächlich verbrauchten Strom: Im Preis pro Kilowattstunde sind ebenfalls die Gebühren für die Netznutzung und Stromerzeugung, staatlich festgelegte Abgaben und Umlagen sowie Steuern enthalten.

Stromvertrag abschließen: Darauf sollten Sie sonst noch achten

Wenn Sie einen Stromvertrag abschließen, sollten Sie ihn vor der Unterschrift genau prüfen. Nehmen Sie Mindestvertragslaufzeiten, die versteckten Kosten oder Kündigungsfristen genau unter die Lupe. Denn unter den vielen Anbietern, die sich auf dem Strommarkt tummeln, verstecken sich auch einige schwarze Schafe. Daher sollten Sie alles – auch das Kleingedruckte – genau lesen, bevor Sie einen Stromvertrag abschließen. Wir sagen Ihnen, worauf Sie bei Ihrem neuen Stromvertrag achten sollten.

Mindestvertragslaufzeit

Eine entscheidende Rolle spielt die Mindestlaufzeit Ihres Stromvertrags. Im laufenden Tarifwettstreit der Anbieter ist eine Laufzeit von bis zu 6 Monaten noch akzeptabel. Alles, was darüber hinaus geht, sollten Sie hinterfragen. Stromanbieter, deren Verträge Mindestlaufzeiten von bis zu 24 Monate festschreiben, bieten oft günstige Konditionen an und möchten Ihre Kunden so langfristig binden. Eine Kündigung dieser Stromverträge kommt dann aber nur in Sonderfällen infrage. Der Wechsel zu einem anderen Anbieter ist hier nur bedingt möglich.

Kündigungsfrist

Informieren Sie sich genau darüber, wie lange im Voraus Sie einen laufenden Stromvertrag bei Ihrem Versorger kündigen müssen. In einigen Stromverträgen sind Klauseln enthalten, die eine automatische Verlängerung der Laufzeit um weitere 12 Monate nach sich ziehen, wenn Sie nicht fristgerecht kündigen.

Wenn Sie Ihren Strom aus der Grundversorgung beziehen, haben Sie eine kurze Kündigungsfrist von 2 Wochen. Folglich müssen Sie keine horrenden Kosten befürchten, falls Sie sich nicht rechtzeitig um die Kündigung gekümmert haben. Wenn Sie einen Sondervertrag mit einem anderen Anbieter geschlossen haben und Ihren Stromanbieter wechseln wollen, prüfen Sie noch einmal Ihren alten Stromvertrag. Wenn Sie schon einen neuen Stromvertrag abgeschlossen haben, kümmert sich Ihr zukünftiger Anbieter um die fristgerechte Kündigung und den Wechsel.

In bestimmten Fällen ist es möglich, den Stromvertrag vor Ablauf der Laufzeit mit einem Sonderkündigungsrecht aufzulösen. In diesem Falle sollten Sie die Kündigung selbst in die Hand nehmen – und das am besten schriftlich und per Einschreiben. Ein Sonderkündigungsrecht haben Sie zum Beispiel bei einer Strompreiserhöhung des Anbieters. Die Fristen dafür sind jedoch kurz bemessen. Wenn Sie Ihren Stromvertrag kündigen möchten, benötigen Sie folgende Angaben: Kundennummer, Zählernummer und den Zeitpunkt der Kündigung.

Preisgarantie

Immer mehr Anbieter werben mit einer Preisgarantie. Dies kann von Vorteil sein: Eine Preiserhöhung innerhalb des festgelegten Zeitraums brauchen Sie dann zumindest nicht befürchten. Allerdings kann sich die Preisgarantie auch negativ auswirken: Falls die Strompreise sinken, können Sie keinen Anspruch auf eine Reduzierung Ihrer Kosten geltend machen.

Vorauszahlung

Es gibt Anbieter, die ihren Kunden niedrigere Preise anbieten, wenn sie im Voraus zahlen. Oft handelt es sich um Zeiträume von bis zu einem Jahr, die vorab abgegolten werden sollen. Das Risiko dieser Regelung: Sollte der Stromanbieter zwischenzeitlich Insolvenz anmelden, verlieren Sie damit wahrscheinlich auch Ihre Vorauszahlung. Aus diesem Grund sind Stromverträge, bei denen Sie Ihren Strom vorab zahlen, nicht empfehlenswert.

Bonuszahlungen

Bonuszahlungen sind für einige Stromanbieter ein bewährtes Mittel, um Neukunden zu gewinnen. Beachten Sie aber, dass die im Vertrag zugesagten Boni meist erst nach einem gewissen Zeitraum ausgezahlt oder verrechnet werden. Eine vorzeitige Kündigung des Stromvertrags führt zum Verlust des Anspruchs. Wenn Sie das Geld aus der Bonuszahlung aber nicht sofort benötigen, können solche Zusatzleistungen attraktiv sein.

Wechselprämien

Wenn Sie einen Stromvertrag abschließen möchten, achten Sie auch auf Angebote, die Wechselprämien beinhalten. Viele Stromanbieter locken mit technischen Geräten wie Fernsehern, Smartphones oder iPads. Bei einem Wechsel zu GMX Strom profitieren Sie nicht nur von günstigen Konditionen, sondern halten Ihre Wechselprämie schon nach 2 Wochen in den Händen.