Stromfresser im Haushalt

Haben Sie bei der letzten Stromjahresrechnung einen Schreck bekommen, weil Sie eine hohe Nachzahlung leisten mussten? Oder kommt Ihnen Ihr Stromverbrauch vergleichsweise hoch vor? Dann liegt das möglicherweise daran, dass Sie einen oder mehrere Stromfresser im Haushalt haben. Doch elektronische Geräte, die besonders viel Energie verbrauchen, sind nicht immer einfach zu identifizieren. Wir erklären, wie Sie die teuren Stromschlucker finden.

Welcher Stromverbrauch ist normal?

Der Stromverbrauch in einem Haushalt hängt von der Anzahl der Bewohner und Ihren Verbrauchsgewohnheiten ab. Deswegen können die Jahresverbrauchswerte von Haushalt zu Haushalt unterschiedlich ausfallen. Diese Durchschnittswerte geben Ihnen eine Orientierung:

  • Haushalt mit einer Person: 1.500 kWh/Jahr
  • Haushalt mit zwei Personen: 2.300 kWh/Jahr
  • Haushalt mit drei Personen: 3.000 kWh/Jahr
  • Haushalt mit vier Personen: 4.000 kWh/Jahr

Werfen Sie einen Blick auf Ihre Jahresabrechnung: Entspricht Ihr Verbrauch in etwa dem Durchschnittswert oder liegt er deutlich darüber? Vielleicht haben Sie Hobbys, die mehr Energie erfordern, zum Beispiel die Haltung von Tieren in beleuchteten Terrarien, oder Sie haben im Haushalt einen Trockner oder ein Wasserbett. Können Sie sich allerdings den hohen Verbrauch nicht erklären, liegt der Verdacht nahe, dass bestimmte Geräte in Ihrem Haushalt überdurchschnittlich viel Energie „fressen“.

Stromfresser im Haushalt finden

Um die Stromfresser in Ihrem Haushalt aufzuspüren, können Sie zwischen Steckdose und Gerät ein Strommessgerät schalten. Dieses misst den tatsächlichen Verbrauch. Die Messgeräte kosten etwa 20 Euro im Baumarkt. Sie können sie auch bei Verbraucherzentralen oder Stadtwerken ausleihen. Wie Sie den Strom messen, hängt vom Gerät ab:

  • Geräte, die permanent in Betrieb sind: Dazu zählen Kühlschrank, Gefriergerät und WLAN-Router. Deren Verbrauch sollten Sie mindestens einen Tag lang messen.
  • Geräte, die nur gelegentlich genutzt werden: In diesem Fall messen Sie immer dann, wenn Sie die Geräte verwenden. Bei Waschmaschine, Trockner und Spülmaschine können Sie so ermitteln, wie viel Energie Sie pro Nutzungsvorgang verbrauchen. Probieren Sie ruhig mehrere Wasch-, Trocken- und Spülprogramme aus, um zu sehen, welches Programm am sparsamsten ist.
  • Geräte mit Stand-by-Modus: Schalten Sie Ihren Fernseher oder die Stereoanlage aus, laufen diese im Stand-by-Modus weiter. Mit einem Strommessgerät ermitteln Sie, wie hoch der Energieverbrauch im Stand-by ist – und wissen hinterher, wer im Ruhezustand besonders viel verbraucht.

Viele Strommessgeräte lassen sich sogar so programmieren, dass sie nicht nur den Verbrauch, sondern auch die entstandenen Kosten ausgeben. Doch wann ist der Energieverbrauch eines Geräts zu hoch? Um das herauszufinden, können Sie die von Ihnen ermittelten Werte mit den Angaben neuerer Geräte vergleichen. Weitere Informationen zum Verbrauch ausgewählter Geräte finden Sie in unseren Ratgebern zum Thema „Verbrauch“.

Das sind die fünf größten Stromfresser im Haushalt

Sie haben keine Lust, bei allen Geräten den Stromverbrauch zu überprüfen? Die folgenden fünf Geräte sind besonders häufig Stromfresser:

Kühl- und Gefrierschränke

Weil Sie den ganzen Tag Strom benötigen, sollten Sie bei Kühl- und Gefrierschränken besonders auf den Verbrauch achten. Oft macht es Sinn, ältere Geräte gegen effizientere auszutauschen. Achten Sie außerdem darauf, welche Temperaturen Sie eingestellt haben. Zum Kühlen reichen 7 Grad Celsius aus, für Gefriergut -18 Grad Celsius.

Wäschetrockner

Für trockene, weiche Wäsche zahlen Sie einen hohen Preis. Vor allem im Sommer senken Sie den Verbrauch, wenn Sie die Wäsche an der Luft trocknen. Wenn das nicht möglich ist, schleudern Sie die Wäschestücke gut, damit sie relativ trocken aus der Waschmaschine kommen, und achten Sie beim Kauf der Geräte auf einen möglichst geringen Verbrauch.

Multimediageräte in Wohn- und Arbeitszimmer

Fernseher, DVD-Player, Soundanlage, Spielekonsole, Computer, Monitor, Drucker, externe Festplatte, WLAN-Router – da kommt einiges zusammen. Lassen Sie ungenutzte Geräte nicht im Stand-by-Betrieb, sondern trennen Sie sie ganz vom Stromnetz, zum Beispiel mithilfe einer ausschaltbaren Steckdosenleiste.

Warmwasserbereitung mit Strom

Wird das Wasser in Ihrem Haushalt dezentral mit Strom erhitzt, schlägt sich das in der Stromrechnung nieder. Verbauen Sie möglichst effiziente Durchlauferhitzer und Boiler. Achten Sie bei Durchlauferhitzern darauf, dass die Wassertemperatur nicht zu hoch eingestellt wird. Bei Boilern sollte die Größe zu Ihrem Haushalt und Warmwasserbedarf passen.

Heizungspumpe

Heizungspumpen pumpen das aufgeheizte Wasser in die Heizkörper. Dafür benötigen sie Strom – und zwar sehr viel. Gerade veraltete Geräte sind wahre Stromfresser im Haushalt. Wesentlich effizienter arbeiten neue, energiesparende Pumpen, die ihre Leistung automatisch am Bedarf ausrichten – der Austausch lohnt sich.

Stromfresser gefunden: Was nun?

Sie haben die Stromfresser in Ihrem Haushalt ermittelt? Dann überlegen Sie, wie Sie ihnen das Handwerk legen können. Oft helfen schon kleine Verhaltensänderungen. Bei Geräten, die im Stand-by-Betrieb Energie verbrauchen, sollten Sie entweder den Stecker ziehen oder sie per ausschaltbarer Steckdosenleiste vom Netz trennen.

Beim Kühlschrank oder bei der Gefriertruhe, die 24 Stunden am Tag Energie benötigen, lohnt es sich, ein neues, energiesparendes Gerät zu kaufen. Auch wenn dieses in der Anschaffung mehr kostet, senkt es die Stromkosten dauerhaft – und kann dadurch über die Jahre günstiger sein als der alte Stromschlucker. Weitere Energiespartipps finden Sie in unserem Ratgeber zum Thema „Strom sparen“.

Noch kleiner wird die Stromrechnung, wenn Sie nicht nur die Stromfresser in Ihrem Haushalt auf Diät setzen, sondern auch zu einem günstigeren Stromanbieter wechseln. GMX bietet mit Strom Flex und Strom Kombi  oder Strom Basic attraktive Tarife an – und ermöglicht einen einfachen Wechsel.